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denkbar. Etwa folgende: wenn der Testator auswanderte [Civ. Stud. IV. S. 72. Anm. 6.; vgl. noch fr.5. §. 3. de captiv. 49. 15.) und später wieder in die Civität aufgenommen wurde. Ferner scheint bei der aqua et igni interdictio ein „redire“ (fr. 60. §. 4. de her. inst.) des interdicirten Testators denkbar gewesen zu sein, ohne daß der Damnirte durch indul. gentia principis restituirt worden wäre. Sodann gehört hieher der Fall des Testators, der sich nach der Testamentserrichtung pretii participandi causa hat verkaufen lassen (fr. 6. §. 5. de injust. rupt.), vor dem Tode aber doch noch wieder zur Civität gelangt ist

(Ziff. 89. Nr. g.). 78) Gai. II. 147.: nam si ideo inritum factum sit testa

mentum, quod puta civitatem vel etiam libertatem testator amisit (und mortis tempore die Civität nicht wiedererlangt hat],... non potest scriptus heres sec. tab. b. pnem petere.

vilrecht schon für die Instituirten galt (Nr. aa), daß eine medio tempore eingetretene magna cap. dem. nichts schade, auch für die Person des Testators anges nommen. Dies ist es, was Ulpian in den leicht miß: zuverstehenden Worten des fr. 1. §. 8. h. t. ausspricht: exigit praetor, ut is, cuius bonorum possessio datur, utroque tempore ius testamenti faciendi habuerit, et cum facit testamentum et cum moritur .... sed si quis utroque tempore testamenti factionem habuerit, medio tempore non habuerit, bonorum possessio secundum tabulas peti postest. Ul: pian beginnt mit dem Saße: der Prätor fordere die Tes stamentifaction für die zwei Zeitpunkte der Errichtung und des Todes. Damit ist aber nicht gemeint, der Prätor fordere stets copulativ an beiden Zeitpunkten die Testamentifaction. Gewährt er doch, in Uebereins stimmung mit dem Civilrecht, die b. p. des zur Zeit der Testament&errichtung fähigen als furiosus u. s. w.

Versterbenden (Nr. a). Und gewährt er doch ferner - (Biff. 30. a. E.) die b. p. über das ganze Vermögen,

worüber der filius familias veteranus, zur Zeit seines Testirens de castrensibus, zu testiren noch nicht fähig war. Indem Ulpian in der von mir weggelassenen Bes, sprechung von Specialfällen gerade diesen Punft zuleßt erwähnt hatte, so stehen seine Schlußworte: sed si quis utroque tempore testamenti factionem habuerit, medio tempore non habuerit im Gegensaß zum eben Vorhergehenden. Er fehrt mit diesen Schlußworten zu den Anfangsworten des §. zurück, um anzugeben, daß, wenn in der That in beiden Zeitpunkten die Testamenti:

faction des Testirenden vorhanden sei, der Prätor das | Bestehen derselben in der Zwischenzeit (in Abweichung

vom Givilrecht) nicht fordere. Die Einleitung des

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79) Und es kann auch, wenn der Testator in der Adoptiv

familie verstorben ist, keine sec. tab. b. p. ertheilt werden; Gai. II. 147.: nam si ideo inritum factum sit testamentum quod ... is in adoptionem se dedit et mortis tempore in adoptivi patris potestate fuit, non potest scriptus heres sec. tab. b. poem petere.

testamentum aufrecht, wenn der Testator nach seinem Arrogationsverhältniß doch wieder als Hausfreier gestors ben ist; Gai. II. 147: potest scriptus heres secundum tabulas bonorum possessionem petere, si modo defunctus testator ... suae potestatis mortis tempore fuerit. Also es ist die Zulässigkeit der sec. tab. b. p. ipso iure (praetorio) begründet (non enim de iure testamenti (d. h. nach prätorischem Recht) maxime quaeritur).

BB) Ķiezu fommt aber im vorliegenden Falle noch ein anderer Gesichtspunkt. In dem Sicharrogirenlassen liegt außer der cap. dem. minima („cum capite“, Ziff. 30. Anm. 60.] auch noch ein Willens. act der Uebertragung seines Vermögens in die fremde Familie. Die, in dem vor der Arrogation errichteten Testamente mortis causa vorgenominene, Disposition über das Vermögen erscheint daher nunmehr, nach der inter vivos eingetretenen Arrogation als eine Verfüg. ung über fremdes Vermögen; fr. 8. §. 3. de iure codicill.: testamentum quod ante fecerat ..... huius autem testamentum sublatum est et de alienis quodammodo rebus testatur. Also gegenüber dem früher errichteten Testamente erscheint dies sich Arrogirenlassen als spätere contraria voluntas, rücksichtlich deren, wie oben Ziff. 29. gezeigt worden, der Prätor den Grunds jag durchführt, daß dadurch der Inhalt der Testamente mittelst exceptio doli inexigibel gemacht werde. Noth: wendig muß der Prätor diesen Grundsaß nicht bloß ge: genüber civilrechtlich gültigen, sondern auch gegenüber den von ihin selbst aufrechterhaltenen Testamenten aner: kennen. So haben wir denn also hier den Fall eines wegen der capitis deminutio civilrechtlich ungültigen, indeß prátorisch (ipso iure) aufrecht erhaltenen Testa:

ments, welches aber der Prätor nach jenem anderen Grundsaße (wegen der in dem Sicharrogirenlassen liegens den contraria voluntas) per exceptionem doli mali inexigibel macht [scriptus heres, si possessionem petat (meine BP. II. 1. S. 274. Anm. 5.), exceptione doli mali summovebitur).

Nun aber ist diese exceptio doli mali eine nada der Persönlichkeit der Betheiligten zu beurthei: lende. Also nicht bloß „ex persona petentis“ [fr. 36. g. 3 de test. mil.; Ziff. 29. a. 6.], sondern auch, wie unser fr. 11. §. 2. h. t. zuseßt, aus der Person: lichkeit des die Exception Vorschüßenden muß sie åstimitt werden: (de) viribus exceptionis (quaeritur), quae in hoc iudicio quamquam actori opponatur, ex persona tamen eius qui opponit aestimatur 80). Danach fann hier ganz dieselbe Frage vorfommen, wie ich sie oben Ziff. 29. Anm. 55. Nr. b. bereits für die Legate (die ja auch durch contraria voluntas exceptione doli inexigibel werden können) nachgewiesen habe. Verfauft der Erblasser die legirte Sache, so ist das rúd: sichtlich des Legats contraria voluntas; gerade so gut, wie solche in dem Transferiren der fortunae in eine fremde Familie durch Sicharrogirenlassen liegt. Hat spaster der legirende Erblasser die Sache zurückgefauft und novam voluntatem in Betreff der Geltung des Legais, geäußert, – und ebenso: hat der arrogirte Testator, nachdem er wieder sui iuris geworden, declarirt, eodem testamento se mori velle, – so ist die contraria

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