Page images
PDF
EPUB

erzählt, bald nur halb andeutet, bald wol auch zu verheimlichen und theilweise zu verhüllen oder nach gewissen – entweder dieser oder jener Lebensperiode eigenen, vergånglichen oder lebenslånglich festgehaltenen Ansichten, Vorurtheiten, Lieblings - Meinungen und Plas nen, oder nach augenblicklicher Gemüthsstima mung und Geistes - Uufregung einzukleiden sucht; dadurch aber ohne es eigentlich zu wollen oder auch nur zu ahnen - eine Offens barung seines Innersten vornimmt.“

:,,So gelangt zur höchsten Anschaulichkeit ein fremder. Charakter für den Leser, oder dieser erlangt eine immer deutlichere Anschauung desa selben, wodurch er eben die Selbbiographie des Brief- und Schriftstellers in dessen Namen, und zwar aus den von demselben gelieferten Materialien unparteiisch macht und zugleich den Materialien-Lieferer zum Selbbiographen.“

Vorerinnerung zu diesem dritten

Heftlein.

Bei solcher Erschaffung eines Selbbiographen oder bei Verfertigung von Hans Paul's Seļbbiographie wollen wir dem geneigten Leser an die Hand gehen durch die Mittheilung der Fragmenten-Sammlung, welche diefes dritte Heftlein enthält.

Blos eine solche Sammlung können wir mittheiten; und müssen daher den Leser bitten, doch ja nichts weiter zu erwarten als er zu erwarten berechtiget ist, nåmlich die Lösung des Versprechens, welches der Titel enthalt: ,,Wahrheit aus Jean Paul's Leben."

Wer auf mehr oder gar auf etwas anderes auffieht, den bitten wir, das Heftlein, wenn er diese Zeilen gelesen, aus der Hand zu legen.

In h a I t.

.

sium :

[ocr errors]

Seite. Einleitung

XVII 1. Sodiz. Schwarzenbach von 1776 bis 1779. Selblehrer ..

1 II. Sfer Primaner. Primaner-pussiten. Ere currens - Streitigkeiten. Hófer Gymna:

18 III. Disputirübung. Erfolg IV. Jugendfreunde. Schulperiode von 1779 bis 1781

54 V. Kontrast. Denkübungen in den Jahren 1779, 1780 und 1781

64 VI, Bausliche Verhältniffe.

96 VII. Leipzig. Student vom 19. Mai 1781 an. Studien-Rechenschaft

107 VIII. Dagbuch vom Auguft und September 1781. 136 IX. Beginn der Råthselidsung. Erste Stagion

des Schriftstellerlebens im März 1782, 170 X. Fortseßung. Råthselosung. Zweite Stas zion des Schriftstellerlebens

177

[ocr errors]
[ocr errors]
[ocr errors]

enthüllende Beziehungen auf seine einzelnen früheren Lebensstazionen hat, welche Theile der Ganzheit seines Daseins ausmachen, der fie eben sowol zur Erläuterung dienen, als fie sie von ihr selber empfangen.

Wenn man einen Lebenslauf mehr in aufals absteigender Linie betrachtet, kann und wil man seine Augen nicht immer i, vorwärts richten, sondern vielmehr rückwärts; man sucht immer das, was der Held gewesen ist“ man bewundert ihn mehr in der Vergangena heit als Gegenwart ,, man bewundert ihn nicht mehr, wenn man an ihm immer dafselbe bewundern muß - er scheint sich selber überlebt zu haben."

Aus dem Leben eines merkwürdigen Mens Ichen will man daher zweierlei wissen: wie er ward zu dem, was er war in der gláns zendsten Epoche seines Lebens; und dann denn kein Mensch bleibt immer derselbe

« PreviousContinue »