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DES Q. HORATIUS FLACCUS

ODEN UND EPODEN.

ERKLÄRENDE SCHULAUSGABE

VON

HEINRICH DÜNTZER.

PADERBORN,
VERLAG VON FERDINAND SCHÖNINGH.

1868.

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Fünf Jahre nach Virgil, am 8. December des Jahres 65 v. Chr., wurde an der Grenze Apuliens in dem in einem wilden Apenninenthale gelegenen Städtchen Venusia (Venosa) Roms grösster Lyriker und Satiriker, Quintus Horatius Flaccus, geboren. Sein Vater, der Sohn eines Sklaven, hatte sich durch redlichen Fleiss und natürliches Geschick die Freiheit, ein kleines Bauerngut und die Stelle eines Einnehmers der Staatspachten (Coactor exactionum) erworben. Um seinem Sohne eine höhere Bildung zu verleihen, verkaufte er das Gütchen, gab seine Stelle auf und zog, etwa im zwölften Lebensjahre des Dichters, nach Rom, wo damals Cäsar, der Besieger Galliens, in höchsten Ehren stand. Der Vater wachte mit treuester Sorgfalt über die geistige und sittliche Bildung seines hoffnungsvollen, einzig geliebten Sohnes, dessen Herz er durch tüchtige sittliche Grundsätze und beständiges Hindeuten auf erhebende und abmabnende Beispiele zu bilden suchte, wie er ihn vor allen Verführungen zu bewahren eifrig bestrebt war. Zur wissenschaftlichen Bildung eines Römers gehörte ganz besonders die Kenntniss der Griechischen Dichter und Weisen; die letztere gedachte der heranreifende Jüngling, wie seine vornehmen Zeitgenossen, sich im Umgange und Unterrichte der in Athen lehrenden Weisen zu gewinnen. Auch hierzu bot ihm der Vater die Mittel, wenn dieser nicht etwa vorher zu Rom gestorben war. Um das Jahr 46 verliess der junge Horaz die Weltstadt, wohin ein Jahr vorher Virgil von Neapel, wo er längere Zeit verweilt hatte, gekommen war, um den Unterricht des mit Cicero befreundeten Epikureers Syron zu geniessen. In Athen glänzten zu jener Zeit als Häupter der Philosophie der Akademiker Theomnestos, der Peripatetiker Kratippos und der Epikureer Philodemos. Leider

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