Page images
PDF

V o r rede.

Die Uebernahme der Bearbeitung von Buch 37 und 38 dieses Commentars führt mich zunächst auf eine lehre, die ich vor einem Vierteljahrhundert in einer umfassenden Monographie untersucht habe. Theils die neueren Erscheinungen auf diesem Gebiete, theils mein eigenes eingewurzeltes Interesse an dieser Lehre haben in mir unausgeseßt das Streben nach tieferer Durch. dringung eines Instituts wach erhalten, welches in so mancher Þinsicht den Reiz eines zu lösenden Räthsels in sich birgt. Indem ich jeßt eine neue Bearbeitung der bonorum possessio unternehme, ist es das Ziel meines Strebens, daß meine Auffassung dieses mert: würdigen Instituts den Eindruck einer innerlich aus. gereiften machen möge.

Jedenfalls aber wird man finden, daß die vorlies gende Bearbeitung der bonorum possessio eine von ineiner früheren sehr verschiedene ist. Schon der Stand

punkt, von dem in diesem Commentar die Behandlung des betreffenden Rechtsinstituts ausgehen muß, forderte dies mit Nothwendigkeit. Die eigentliche Aufgabe dieses Commentars, Klarstellung des Digestenmaterials, muß auf einem anderen Wege gelöst werden, als auf dem fich die monographisch isolirende Untersuchung eines Rechtsinstituts bewegt. Andererseits, aber freilich schien mir der besondere Charakter des Instituts der bonorum possessio, als unumgängliche Bedingung einer gedeih: lichen Behandlung, eine wenn auch nicht isolirende doch zusammenfassende Bearbeitung zu fordern, wie sie in den übrigen Partieen dieses Commentars weder ausge: führt worden ist noch auch nöthig war.

Die Lehre von der bonorum possessio tritt uns in den Digestenbüchern 37. und 38. in einer größeren Zahl von zum Theil fleinen Titeln entgegen, die überdies nicht einmal alle nebeneinander stehen, son: dern mit den die Patronatsverhältnisse und die gute: staterbfolge enthaltenden Titeln zusaminengemischt sind. In diesem Commentar nun aber diese Lehren genau nach Abtrennung und Reihenfolge der Titel behandeln, würde + ich brauchje dies wohl nicht weiter zu moti: viren ein völlig unleidliches und ungenießbares Re: sultat ergeben. Die bonorum possessio ist ein fystes matisches Ganzeß, welches alg: folches erfannt sein will, und wobei das namentlich in den kleinen Digestentiteln Enthaltene nur einzelne Bruchstücke bildet, die, uin richa

tig begriffen zu werden, an der ihnen zukommenden Stelle im Bau des Ganzen eingefügt sein müssen. : Hierzu kommt noch Folgendes. In den Digesten stehen hinter den Büchern 37. und 38. noch zwei kleine, aber für die Lehre von der bonorum possessio sehr schwer wiegende Titel, der von der pro herede usucapio handelnde 41. 5., und der das Interdict quorum bonorum enthaltende 43. 2. Es ist meiner Meinung nach eine völlige Unmöglichkeit, in diesem Commentar die bonorum possessio richtig zu behan: deln, wenn nicht diese beiden Titel mit in die Darstell: ung hineingezogen werden.

Von diesen Gesichtspunkten aus habe ich folgenden
Weg der Bearbeitung eingeschlagen.
Die zehn Titel:

37. 1. (de bonorum possessionibus);
37. 2. (si tabulae testamenti extabunt)
37. 3. (de bon. poss. furioso infanti cet.)
38. 9. (de successorio edicto):
38. 12. (de veteranorum et milit. succ.)
38. 13. (quibus non competit b. p.)
38. 14. (ut ex legib. senatusvecons.)
38. 15. (quis ordo in possession.)
41. 5. (pro herede vel pro possess.).

43. 2. (quorum bonorum) faffe ich zusaminen, um auf dieser Quellengrundlage, in Verbindung mit dem sonstigen Quellenmaterial, ins:

[ocr errors]

I a ch s chrift. Am Schluß des Drucks muß ich noch zwei inzwi. schen mir zugekommene literarische Erscheinungen, die ich nicht mehr habe benußen können, nachtragen.

Die eine ist der in Folge eigenthümlicher Um:

« PreviousContinue »