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manche verletzende Ausdrücke hätten allerdings vermieden werden können. Trotz der Tagebuchform bietet das Werk auch dem Laien eine angenehme Leetüre, in fliessendem Stil und lebendiger Schilderung wird über Sitten, Gewohnheiten, alle Lebensverhältnisse der besuchten Völker Bericht erstattet. Den Nachtheil, welchen die Tagebuchform immer mit sich bringt, dass zusammengehörige Darstellungen zu sehr auseinander gerissen werden, hat der Verfasser durch ein ausführliches sachliches Register auszugleichen gesucht, wodurch das Buch an Brauchbarkeit bedeutend gewinnt. Die Reise berührte St. Thomas, Portorico, Trinidad, Venezuela, Colon, Costarica, die Vereinigten Staaten, Japan, Hongkong und Canton, Annam, Cochinchina, Cambodja, Java, Singapore, Ostindien, Ägypten. Die Vereinigten Staaten , Japan und Ägypten, auch Ostindien berücksichtigte der Verfasser in seiner Veröffentlichung nicht oder nur kurz, da über diese Länder eine reiche neuere Literatur vorhanden ist; am ausführlichsten wird die Reise durch J«va, Mai bis September 1875, geschildert und ist dieser Theil dem Leser wohl am meisten zu empfehlen.

Bei den gegenwärtigen Kämpfen auf dem Gebiete der Zoll- und Handelspolitik Deutschlands wird die handelsgeographisch - statistische Studie von Dr. R. Palhnann „Der deutsche Exporthandel der Neuzeit und die nordamerikanische Concurrenz" (Hamburg, bei L. Friederichsen & Co., 1881) mit Interesse gelesen werden. Wenn auch Viele mit seinen Schlussergebnissen, welche in möglichst ausgedehnter Freigebung des gesammten Verkehrswesens die Grundlage für die Blüthe des Exporthandels erblicken, nicht einverstanden sein werden, so werden auch die Gegner seinen Ansichten, die stets durch reichhaltiges Material enthaltende statistische Tabellen begründet werden, Beachtung schenken müssen. Zu bedauern ist es, dass der Verfasser in der Entnahme der statistischen Angaben nicht überall die neuesten Quellen benutzte; in sehr vielen Fällen hätte ihm z. B. der Hofkalender, welchen er als statistisches Handbuch gar nicht zu kennen scheint, neuere und zuverlässigere Daten geliefert, oder doch die Quellen angegeben, in denen er die authentischsten Nachweise gefunden hätte.

Die deutsche Seewarte sowohl wie die englische Admiralität publicirten vor einiger Zeit erdmagnetische Weltkarten für 1880. Beide zeigen in Bezug auf die Linien gleicher Declination im Allgemeinen dasselbe Bild; um ihre Differenzen genauer zu erkennen, bedarf es der Einzeichnung der einen Karte auf die andere. Dieser Arbeit hat sich der k. russische Generalstabsoberst A. v. Tille, in geographischen Kreisen rühmlichst bekannt durch sein Nivellement zwischen Aralsee und Caspischem Meer, mit Geschick unterzogen. Seine „Karte mit Linien gleicher magnetischer Declination für die Epoche 1880" (Leipzig, in Commission bei G. Haessel, 1881. Pr. 2 Mark) führt in sehr klarer und exaeter Weise die Unterschiede der beiden Karten vor Augen und legt somit ein sehr interessantes Zeugniss dafür ab, bis zu welohem Grade der Genauigkeit unsere Kenntniss von Verlauf und Lage der Isogonen gediehen ist. Am beträchtlichsten sind die Differenzen im nordöstlichen Asien und dem westlichen Theil des Nord - Pacific.

Im Einverständniss mit dem Verfasser des Aufsatzes „Die grbssten Regenmengen eitles Tages" in unserem VI. Hefte berichtigen wir auf Grund einer freundlichen Mittheilung des Herrn A. Lancaster, Mdteorologiste Inspecteur vom kgl. Observatorium zu Brüssel, Folgendes: Unter der Rubrik V. Frankreich und Belgien ist in Anmerkung 18 statt 9 Stunden zu lesen 22 Stunden; daselbst in Anmerkung 19: die Angabe Mohn's wird von Lancaster für apogryph gehalten, weil Arago von der betreffenden Notiz schweigt.— Statt des in V. genannten Ortes Verviers ist zu lesen Viviers a. d. Rhone. — Ebendaselbst ist statt 789,2 mm welche nach van Bebber am 9. October 1827 in Joyeuse gefallen sind, zu setzen 792 mm, also 2,8 mm mehr, welches Quantum Arago, Oeuvres t. XII, ausdrücklich bezeugt. — Nach A. Lancaster beträgt das Maximum des in Belgien Ins jetzt an einem Tage gefallenen Regens 150,8 mm, gefallen zu Löwen (Louvain) am 7. Juni 1839.

Der Jahrgang 1880 der „Mittheilungen des Vereins für Erdkunde zu Leipzig", der bereits den zwanzigsten Jahresbericht über die Gesellschaft enthält, zeichnet sich durch seine wissenschaftlich bedeutsamen Abhandlungen ganz besonders aus. Beginnend mit einer Bearbeitung der meteorologischen Beobachtungen des Herrn H. Soyaux am Gabun durch Dr. A. v. Danckelman, einem sehr willkommenen Beitrag zur Kenntniss des westafrikanischen Klima's, enthält der Band auch weiterhin eine Arbeit von Dr. v. Danckelman über die Wichtigkeit und Durchführung meteorologischer Beobachtungen in wenig erforsohten Gebieten. Es ist diess eine Instruction für Nichtfachleute, kurz, praktisch und allgemein verständlich, und kein Forschungsreisender, der nicht selbst Meteorolog von Fach ist, sollte es versäumen, sich damit bekannt zu machen. Einen ähnlichen Zweck verfolgt Dr. B. Peter's Anleitung zur Anstellung geographischer Ortsbestimmungen auf Reisen mit Hülfe des Sextanten und Prismenkreises. Prof. Dr. H. Credner setzt seinen im Jahrgang 1877 gedruckten Bericht über die geologische Landesuntersuchung des Königreichs Sachsen bis zum Jahre 1881 fort, und daneben findet man eine nachgelassene Arbeit von Prof. Dr. C. Bruhns über die Resultate der meteorologischen Beobachtungen zu Leipzig im Jahre 1880. Von allgemeinerem Interesse dürfte die Abhandlung des Botanikers Dr. O. Kuntze über das sogenannte SargassoMeer sein, worin althergebrachte Ansichten unerbittlich auf die thatsächlichen Beobachtungen zurückgeführt werden. Die hierzu gehörende Karte der verschiedenen Angaben über das Sargasso-Meer ist nicht ganz leicht zu verstehen und wird weniger ansprechen, als das hübsche, von A. Goering erläuterte Bild des Tafellandes von Merida.

Ein neues Organ für die jetzt stark in den Vordergrund getretene Auswanderungs- und Colonisationsfrage ist die seit April d. J, monatlich erscheinende „ Weltpost", herausgegeben von R. Lesser in Leipzig (vierteljährlich 1 Mark). Sie bringt auf 20 Seiten per Heft eine Anzahl kurzer Artikel und viele kleine Notizen, auf die deutsche Auswanderung , Colonisation und Weltverkehr bezüglich, bisweilen durch Holzschnitte illustrirt, und es ist ihr gelungen, hochangesehene Mitarbeiter zu gewinnen. E. Behm.

(Geschlossen am 10. September 1881.)

Tabelle der von verschiederaden und ganzen Längengraden W. v. Gr. (Zu S. 373.)

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www.bunkteu, wo massenhaft Beobachtungen angestellt wurden, konnten nicht alle in der Tabelle Aufnahme finden, so 1) Die Richtungen sind angegeben in Graden ( oder namentlich in der Nähe der Bering-Strasse; in diesen Fällenst Survey; E =: Beechey auf dem ,,B108som"; G = Rodgers (U. S. North Pacific Explor. Exped.); H = Hooper 9 Die obigen Abkürzungen zeigen in der Reihenfolge

entongThouars auf der „Venus"; W = Owen auf verschiedenen Walern. auf dem U. S. S. ,Corwin"; K = Kellett auf H, M. S. ,,Heri

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