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Hügel oder Buckel bildender Quarzadern durchzogen, deren Stärke von kaum 1 Zoll bis über 1 Fuss variirt. In den Quarz ist reichlich Chlorit eingestreut und daneben zeigen sich die Goldpunkte, meist sehr fein, oft nur mit der Loupe zu erkennen. Dieser goldhaltige Landstreifen verläuft genau von Nordost nach Südwest und hat die grösste Ähnlichkeit mit den goldführenden Gegenden Nova Scotia's, obwohl die Formation, in welcher die Quarzadern vorkommen, auf Neu-Fundland die Huronische, auf Nova Scotia die Untersilurische ist. Etwa 2 miles sudwestlich von Brigus, an dem sogenannten Fox Hill, hat man ebenfalls Goldquarz gefunden.

Die Ausgabe eines neuen Berichtes von rd SandfoFkming über die Vorarbeiten zur canadischen Pacifie-Bahn (Report and documents in reference to the Canadian Pacific Railway, 1880, Ottawa) veranlasst uns, wiederholt auf den werthvollen Inhalt dieser Bände hinzuweisen. BritisehColumbia wäre bei dem langsamen Fortschreiten seiner Besiedelung wohl auf lange Zeit hinaus nicht so gründlich durchsucht, in allen Thälern, Schluchten, Pässen nivellirt und mappirt worden, wenn nicht die Schwierigkeit, eine günstige Eisenbahnlinie durch sein gebirgiges Terrain aufzufinden, so ausgedehnte Arbeiten nothwendig gemacht hätte; namentlich ist die Unmöglichkeit, in den bewohnteren südlichen Theilen eine solche Linie ausfindig zu machen, der Erschliessung des nördlichen Theiles, förderlich gewesen. Und es sind nicht ausschliesslich Neigungswinkel, Krümmungen, Bodenbeschaffenheit, Tunnel- und Brückenbauten, wovon diese Bände reden, man findet darin auch vortreffliche, nach weiterem Gesichtskreis die physisch-geographischen Verhältnisse zusammenfassende Abhandlungen, so namentlich von Dr. G. M. Dawson über die Queen CharlotteInseln und über Klima und Geologie des nördlichen Britisch-Columbia, von J. Hunter über den Ackerbau auf Vancouver Island, von Capt. Brundige über die Häfen an den nördlichen Küsten von Britisch-Columbia, von Rev. Tomlinson über die meteorologischen Beobachtungen zu Forks am Skeena River. Kaum weniger reichlich vertreten sind auch die Ebenen zwischen Rocky Mountains und Red River. Eine interessante Karte dieser Prairie - Region, von der Grenze der Vereinigten Staaten nordwärts bis zum 57. Parallelkreis reichend, erregt Staunen über das engmaschige Netz der recognoscirten und aufgenommenen Linien und gleichzeitig über die grosse Ausdehnung des fruchtbaren Bodens im Gegensatz zu dem geringeren Weideland und sterilen Felsboden. Ausführliche Erläuterungen zu dieser Karte von Th. Ridout und J. Macoun enthalten u. A. eine vollständige Chronik der 1879 auf jenem Gebiet vorgenommenen Explorationen.

Mit Dr. Dawson und mehreren anderen Ingenieuren nahm 1879 D. M. Gordon Theil an den Vermessungen vom Skeena River durch das nördliche Britisch-Columbia und über die Peace River- und Pine River-Pässe nach der Prairie-Region, und er hat seine Reiseeindrücke, die Schilderung des pacifischen Litorals, des Skeena-Thales, der Rocky Mountains und der Prairien in einem besonderen kleinen Buche niedergelegt: „Mountain and Prairie, a journey from Victoria to Winnipeg, via Peace River Pass" (London, Low, 1880). Die charakteristischen Landschaftsbilder sind nach Originalphotographien der Reisegesellschaft lithographirt, die vier Karten, obwohl bei photolithographischer Herstellung

von wenig ansprechendem Äusseren, beruhen auf dem Material des Bureau's der canadisch-pacifischen Eisenbahn.

Zu Indianopolis wurde 1879 ein Bureau of Statistics and Geology errichtet und der Leitung von J. Collett unterstellt. Dieses Bureau hat 1880 seinen ersten Jahresbericht herausgegeben: „First annual report of the Bureau of Statistics and Geology of the State of Indiana, 1879 (Indianopolis, Smith & Hannaman), ein Band voll ausführlicher ziffernmässiger Nachweise über Ackerbau, Handel, Manufacturen, Bankwesen, Zeitungen, Strassen, Finanzen der CountieB und Städte, Löhne, Unterrichtswesen, Sterbefälle und ihre Ursachen &c. &c, daher unentbehrlich zu speciellerer Information über den Staat Indiana.

Auf der Insel Cuba sind 1878 und 1879 die Behörden neu organisirt worden, und die hierdurch verursachte neue Eintheilung der Insel in Verwaltungsprovinzen, Wahlkreise, Amtsbezirke, Militär-Commandos, Diöcesen &c. findet sich in ausführlicher Weise zusammengestellt in dem Buch eines Beamten des spanischen Ministeriums der Colonien, D. Juan Stui/ck y Reig, betitelt: „Division territorial de In Isla de Cuba y nomenclator de sus poblaciones" (Madrid 1880). In wie weit die Angaben dieses Buches correct sind, entzieht sich unsere Beurtheilung, die allerdings nur nebensächlich aufgeführten Bewohnerzahlen verwirren die Bevölkerungsstatistik der Insel noch mehr, statt sie aufzuklären. Nach einer Ende 1878 vorgenommenen Zählung soll Cuba nach der Tabelle der Provinzen auf p. 15 1409 859, nach der Tabelle der Wahlkreise auf p. 34 1411466, nach den Registros de propiedad auf p. 64 wiederum 1 409 864 Bewohner haben, für die Provinz Santiago de Cuba wird bei einer Gesammtbevölkerung von 163 862 die Zahl der Freien zu 176 857 angegeben, ähnlich für die Provinz PuertoPrincipe 65 949 Freie bei 55 459 Bewohnern. Der angehängte „Nomenclator" giebt Nachweise, zu welchem Kreis, Amtsbezirk und Provinz jeder Ort gehört, Einwohnerzahlen der Orte enthält er aber nicht.

Vor längerer Zeit fand man hie und da erwähnt, dass Dr. S. Hobel von siebenjährigen Reisen in Central- und Südamerika einen grossen Schatz von naturwissenschaftlichen und archäologischen Beobachtungen und Sammlungen nach den Vereinigten Staaten zurückgebracht habe. In dem neuesten Band der „Smithsonian Contributions to Knowledge" (Vol. XXII, Washington 1880) findet man nun eine von ihm selbst geschriebene Obersicht dieser Reisen, die sich auf Guatemala, Salvador, Columbia, Ecuador und Peru erstreckten, und zwar nimmt er in dieser Übersicht vorzugsweise auf seine ethnologischen und archäologischen Untersuchungen Rücksicht, auch dient sie gleichsam nur als Einleitung zu einer ausführlichen Beschreibung und Erläuterung einiger Reliefs, die Dr. Habel zu Santa Luoia Cosumalwhuapa in Guatemala, nahe am Volcan del Fuego, auffand und welche Dr. Bastian später besuchte und für das Berliner Museum erwarb. Abbildungen dieser Reliefs sind auf 7 Tafeln beigegeben. Auch der sonstige Inhalt des Bandes ist ein archäologischer resp. prähistorischer. Professor J. Jones legt seine Forschungen über Gräber, Erdund Steinwerke der ehemaligen indianischen Bewohner von Tennessee in einer umfangreichen Abhandlung vor; Ch. Rau beschreibt unter Beigabe zahlreicher Hlustrationen die archäologische Sammlung der Smithsonian Institution und widmet eine besondere Abhandlung der daselbst aufbewahrten Relieftafel aus dem Tempel des Kreuzes in Palenque, wobei er einen Rückblick auf die bisherigen Palenque-Forschungen wirft und einen Plan der Ruinen giebt; W. H. Dali endlich berichtet über seine höchst interessanten prähistorischen Funde in den Höhlen der Aleutischen Inseln, ebenfalls unter Beigabe von 10 Tafeln Abbildungen.

Im „Alpine Journal" (November 1880) beginnt Edw. Wk>/mper die Publication eines kurzgefassten tagebuchartigen Resume's seiner Reisen und Bergbesteigungen in Ecuador.

Ch, Wiener, französischer Viceconsul in Guayaquil und jetzt im Auftrag des französischen Ministeriums abermals auf einer grösseren Reise durch Süd-Amerika begriffen, ist von Quito ausgehend den Rio Napo hinabgefahren und auf dem Amazonas nach Para gelangt, eine Reise von 7 Monaten. Zum Rückweg wollte er den Rio Huallaga benutzen. Er berichtet an das französische Ministerium '), dass der Rio Napo von seiner Mündung in den Amazonenstrom aufwärts bis zur Einmündung des Misahually, die 40 Lieues oder 4 Tagereisen von Quito entfernt ist, für Fahrzeuge von 2 m Tiefgang schiffbar sei. Bei seiner Aufnahme des Flusses lothete er 160 Querschnitte und machte im Ganzen über 2000 Lothungen. Während dieser Arbeiten auf dem Rio Napo bereiteten ihm die spanischen, italienischen und ekuadorianischen Jesuitenmissionare, die daselbst eine Art neues Paraguay organisirt haben, bedeutende Schwierigkeiten. Sehr liebenswürdig mit Worten setzten diese absoluten Herren jener Gegend der Expedition den hartnäckigsten Widerstand entgegen. Auf ihren Befehl zogen sich die Indianer alle tief in die Wälder zurück.

In Fortsetzung seiner telegraphischen Längenbestimmungen in Westindien und Central-Amerika vom Jahr 1877 hat Lieut.-Commander Green mit Lieut.-Commander Davis und Lieut. Norris 1878 und 1879 das von England über Lissabon und die Azoren nach Südamerika gelegte Kabel benutzt, um für eine Reihe wichtiger Punkte sichere Positionen auf telegraphischem Wege zu gewinnen. Das Navy Department in Washington publicirte vor Kurzem diese mühsamen und verdienstvollen Arbeiten mit aller Ausführlichkeit in einer Quartschrift: „Telegraphic Determination of longäudes on the East coast of South America", und das Endresultat ist folgendes:

Breite W. L. v. Gr.

Lissabon, kBnigl. Observatorium . . 38° 42' 31,26" N, 9° 11' 10,»" Funchal auf Madeira, Fort St. Jago . 32 38 4,08 16 53 53,4

Porto Grande, Cap V erdische Inseln,

Telegraphenbureau 16 53 20,12 24 59 22,8

Pemambuco, Lcuchtthurm bei Fort

Picao 8 3 22,21 S, 34 51 56,86

Bahia, Leuchtthurm San Antonio '. 13 0 37,38 38 32 5,66

Km de Janeiro, kaiserl. Observatorium 22 54 23,76 43 10 21,16

Montevideo, Kathedrale 34 54 33,0 56 12 15,8

Buenos Ayres, Zollhaus . . . . 34 36 29,79 58 22 14,26

Para, Zollhaus 1 26 58,71 48 30 0,6

(Ti. Velain hat die von Dr. Orevauz im Innern von Franzosisch-Guyana gesammelten Gesteinsproben untersucht und giebt mit Hülfe der Crevaux'schen Aufzeichnungen eine Übersicht über die Geologie des Landes im Bulletin de la Soc. g.k>l. de France, 1879, No. 6.

') Sitzung der Pariser Geogr. Gesellschaft Tom 19. Novbr. 1880. Sieh« „L'Exploration", 25. November 1880.

Eine Reise den Parana, Paraguay und Vermejo hinauf bis Orän gab Sign. Giovanni Pelleschi den Stoff zu dem über 400 Seiten starken Buche: „Otto Mesi nel Gran Ciacco, viaggio lungo il fiume Vermiglio (Rio Bermejo)" (Florenz 1881). Obwohl ohne wissenschaftliche Prätensionen, geht es doch über eine gewöhnliche Reisebeschreibung insofern hinaus, als es Persönliches fast ganz vermeidet, Land und Leute aber, natürliche Hülfsquellen, Besiedelung, gegenwärtige Zustände und künftige Aussichten, die Pflanzendecke und ganz besonders die Indianer um so eingehender behandelt. Eine ganze Abtheilung ist der Sprache der Mattaco-Indianer gewidmet. Das meiste Interesse in geographischer Beziehung hat der mittlere, auf die Reise am Vermejo bezügliche Theil mit seinen ausführlichen Nachrichten über den Fluss selbst, die kleinen Ansiedelungen, die Beschaffenheit der Uferländer, die Lebensweise, Sitten und das geistige Leben der Indianer. Der Fluss theilt sich 15 Meilen (leghe) unterhalb der Einmündung des Rio de San Francisco (vergl. die Karte der Argentinischen Republik im Ergänzungs-Heft 39 der Peterm. Mittheilungen) in zwei Arme, von denen der westliche oder rechte den Namen Vermejo beibehält, während der östliche oder linke von den Anwohnern Teuco oder Teuchtach genannt wird. Beide Arme bleiben 5 bis 10 leghe von einander entfernt, bis sie sich nach einem Laufe von ca 200 leghe wieder vereinigen an dem Boca del Teuco genannten Punkte, der dem Flusse nach 90, in gerader Linie 50 leghe von der Mündung des Vermejo in den Paraguay entfernt ist. Was die Schiffbarkeit betrifft, so ist der Verfasser der Ansicht, dass der Fluss für Dampfer von 1 m Tiefgang mindestens ein halbes Jahr fahrbar sein würde, wenn man das Wasser der beiden Arme in einen einzigen vereinigt, und zwar in den Teuco, der bereits 4/5 der Wassermenge des ganzen Flusses führt. Die Verzinsung des hierzu erforderlichen Capitals und die Unterhaltungskosten berechnet der Verfasser auf 23 000 scudi jährlich. Um den Fluss das ganze Jahr schiffbar zu machen, würden umfangreiche Baggerungen und einige andere Arbeiten nöthig sein, was einen jährlichen Aufwand von 70 000 scudi erfordern würde. — Es thut dem Buche wenigstens für Europa keinen Abbruch, dass sein Inhalt zum grossen Theil bereits von einigen zu Buenos Ayres erscheinenden italienischen Zeitungen abgedruckt war.

Polar - Region on. Von dem Reisewerke der Nordenskiöld'schen Expedition, die Umsegelung Asiens und Europa's auf der ,, Yega", 1878 bis 1880, ist die erste Lieferung, welche über die Vorbereitungen zur Reise und den Beginn derselben berichtet, erschienen '). Wenn auch der Verlauf der so erfolgreichen Expedition durch die mannigfachen Publicationen bereits zur Genüge bekannt ist, so wird das Reisewerk aus der Feder des berühmten und glücklichen Forschers doch dem Fachmanne wie dem Laien eine willkommene Gabe sein; er bietet nicht allein eine genaue und ausführliche Schilderung der Reiseerlebnisse, sondern verspricht auch durch Berücksichtigung aller bisherigen Entdeckungsreisen längs der Nordküste von Europa und Asien ein werthvolles Com

') Leipzig bei F. A. Brockhaus. In ca 20 Lieferungen mit Abbildungen und Karten ä M. 1.

pendium der Entdeckungsgeschichte zu werden. Für den Schluss werden Schilderungen der arktischen Natur, des Klima's, des Thier- und Pflanzenlebens, sowie der Polarvölker, mit denen die Forscher in Berührung kamen, in Aussicht gestellt. Das Werk erscheint fast gleichzeitig in vielen Sprachen.

Der New York Herald vom 15. November veröffentlicht nebst einer Kartenskizze einen ausführlichen Bericht von Capt. Hooper über die vorjährigen Kreuzfahrten des Zollkutters „Corwin" im Bering-Meer und im Arktischen Oceane. Hier waren die Eisverhältnisse einem weiten Vordringen nach N sehr ungünstig gewesen, so dass die Expedition bei 5 Versuchen nicht einmal bis zur Herald-Insel vordringen konnte. Beim letzten Versuche kam am 11. September Wrangel-Land bei 25 miles Entfernung in Sicht und zeigte sich als eine gebirgige, 2000—3000 Fuss hohe Küste, welche sich nach N zu abzuflachen schien; trotz klaren Wetters war in dieser Richtung kein Land zu sehen, woraus Capt. Hooper den Schluss zieht, dass das Land hier bald endet oder sehr niedrig wird. Die Kartenskizze ist eine Copie der amerikanischen Seekarte und enthält keine Erweiterung unserer Kenntnisse.

Das nächste Heft des Journal of the American Geographica! Society bringt über Lieutenant Schwatka's Reise nach dem King William-Land einen Vortrag, den Lieut. Schwatka in der Gesellschaft gehalten hat, der übrigens den im New York Herald veröffentlichten Berichten nichts Wesentliches hinzufügt, und zwei Karten: eine Copie der in Petermann's Mittheilungen reproducirten Karte des Herald mit einzelnen Theilen die Route in grösserem Maassstab als Cartons, und eine grössere Karte des King William-Landes, die einige Einzelheiten, besonders mehrere Strandseen enthält, die sich auf der Karte im New York Herald nicht befanden.

Lieutenant Bove schreibt an einem Werk über die Fahrt der J'ega" und beeilt sich damit, um für seine projectirte antarctische Expedition frei zu werden. Das Zustandekommen der letzteren ist noch nicht vollkommen gesichert. Durch die aufopfernden Bemühungen des einflussreichen Hauptes der italienischen Geographen, Chr. Negri, fasste die Idee in weiten Kreisen Fuss, das Project wurde entschieden populär, es geht auch einiges Geld ein, aber nicht genug. Der König und das Ministerium haben die Summe ihres Beitrages noch nicht bestimmt, auch die geographische Gesellschaft in Rom hat dem Unternehmen noch keine Geldunterstützung zu Theil werden lassen. Die Schöpfer und Träger des Projectes verlieren jedoch den Muth keineswegs, sie hoffen bestimmt und wohl mit Recht, dass die erforderlichen Summen für die so äusserst wünschenswerthe, vielversprechende Expedition aufgebracht werden. Demgemäss beschloss das Central-Comite in Genua, wie uns dessen Vorsitzender Chr. Negri schreibt, mit der Sammlung von Geldmitteln fortzufahren und dieselben nicht anzugreifen, obwohl Lieutenant Bove schon im nächsten Jahre eine vorbereitende Excursion nach den antarctischen Gewässern unternehmen will. Indem er seine Ausrüstung aus anderen Mitteln bestreitet, beabsichtigt er, sich einem der amerikanischen Walfischfänger anzuschliessen. Die Erfahrungen und Kenntnisse, die er auf dieser Fahrt sich aneignet, werden ohne Zweifel seiner folgenden selbständigen Expedition zu Gute kommen.

ISir Allen Young ist mit seiner Jacht von England nach der Capcolonie abgereist, um von dort aus eine Entdeckungsfahrt in die antarctischen Gewässer zu unternehmen.

Allgemeines.

DanieTs allgemein bekanntes und geschätztes „LTandbv-ch der Geographie" erscheint gegenwärtig in 5. Auflage, und zwar werden die ersten beiden Bände von Prof. O. Deutsch, die beiden letzten von Prof. Th. Fischer neu bearbeitet. Unter solchen Händen wird das Buch ohne Zweifel auf den Standpunkt der Jetztzeit gehoben werden und sich neue Freunde erwerben. Es wird in 36 Lieferungen ä 1 M. ausgegeben (Verlag von Fues in Leipzig).

Trägt die Thierwelt überall zum Charakter eines geographischen Gebietes bei, so spielt sie in manchen menschenarmen und culturlosen Regionen eine geradezu hervorragende Rolle, besonders im tropischen Afrika und in den Polarzonen. In letzteren haben Wale und Robben die Veranlassung zu den meisten Entdeckungen gegeben, sie ziehen noch immer alljährlich eine Menge Schiffe nach den öden Küsten und den Eiskanten der höchsten Breiten und bilden einen wesentlichen Bestandtheil der Staffage. Ein ausführliches Werk über die Robben der nördlichen Hemisphäre, wie es J. A. Allen vom zoologischen Museum in Cambridge bearbeitet hat, wird daher auch in geographischen Kreisen willkommen sein, um so mehr, als die Systematik der Robben bis vor Kurzem noch sehr im Argen lag, die Unterscheidung der Species unsicher, die Beziehung der bei den Seeleuten üblichen Benennuugen auf eine bestimmte Art des Systems oft zweifelhaft war und über Vorkommen und Lebensweise noch manches Dunkel herrschte. Allen benennt sein Buch: „History of North American Pinnipeds, a monograph of the walruses, sea-lions, sea-bears, and seals of North America"; da aber sämmtliche Flossenfüssler der nördlichen Hemisphäre an den amerikanischen Küsten vorkommen und zum Vergleich auch südhemisphäriscbe in Betracht gezogen sind, so umfasst das Buch beinahe sämmtliche in diese Ordnung gehörenden Thiere. Sein Hauptvorzug mag vielleicht in der anatomischen Beschreibung liegen, die von Abbildungen der Schädel &c. unterstützt wird, jedoch ausserhalb unseres Urtheils liegt, aber daneben ist ein reiches Material namentlich über die Lebensweise , Jagd, Vorkommen gegeben, z. B. eine ganze Abhandlung der Art über die Pelzrobben der Pribilow-Inseln von Capt. Charles Bryant, welcher acht Jahre als Beamter der Verein. Staaten den ertragreichen Robbenschlag auf jenen Inseln beaufsichtigte. Werthvoll ist auch die Zusammenstellung der verschiedenen wissenschaftlichen und vulgären Benennungen der einzelnen Arten, und von nicht geringem Interesse die Vergleichung alter, bisweilen höchst abenteuerlicher Abbildungen mit der wahren Gestalt des Thieres. Das Buch gehört zu den vermischten Schriften (Miscellaneous Publications) der U. S. Geological and Geogr. Survey of the Territories unter Prof. F. V. Hayden (Washington, Department of the Interior 1880), unter denen früher ein ähnliches über die Pelzthiere Nordamerika^ von Dr. Elliott Coues erschienen ist.

E. Behm.

(Geschlossen am 30. December 1880.)

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