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nahmen wir an einer eigentümlichen Fischerei Theil. Wir rasteten an einer Stelle, die von einer Menge kleiner Bäche durchkreuzt war, und diese fanden sich mit verschiedenen Arten Fischen, worunter eine kleine Bachforelle, ein mittelgrosser Lachs u. m. a. besetzt. Wir ergriffen diese Fische mit den Händen, harpunirten sie mit gewöhnlichen Stöcken oder mit anderen Stücken Holz, schlugen sie mit Messern &c. Andere Lachsarten findet man

in den grossen Flüssen der Insel, und wir bekamen hier für eine Kleinigkeit eine willkommene Abwechselung unseres Speisezettels, der so lange Zeit nur wenige Speisen enthalten hatte. Als Gabe der Alaska-Compagnie bekam die Expedition einen fetten Ochsen, Milch und andere Erfrischungen , und ich kann nicht genug das Wohlwollen rühmen, mit welchem wir von allen Menschen auf der Insel behandelt wurden.

Kritische Bemerkungen über die Vegetationsregionen der Serra da Estrella.

Von Prof. Dr. 0. Drude.

Im Ergänzungsheft Nr. 61 dieser „Mittheilungen" theilt J. Rivoli die Resultate einer mehrtägigen, im September 1873 unternommenen forstbotanischen Excursion in die Serra da Estrella mit und widmet einen Abschnitt seiner Abhandlung den dortigen Vegetationsregionen. So erfreulich es ist, über dieses in der botanischen Literatur so wenig bekannte Gebirge authentische Angaben zu erhalten, so nothwendig erscheint es, die ersten flüchtigen Beobachtungen daselbst — denn auf einer Reise von wenigen Tagen, und noch dazu im September, können nur flüchtige Beobachtungen angestellt werden — als solche zu veröffentlichen, die Lücken in der Gesammtdarstellung scharf zu bezeichnen, und in der Speculation über das Gesehene nicht weiter zu gehen, als es eben die Darstellung selbst erfordert und als sich direct an die Thatsachen anknüpfen lässt. Da aber J. Rivoli in seinen Berechnungen weiter geht und sich über viele Lücken in seinen Reisebeobachtungen hinwegsetzt, als wenn die Pflanzengeographie nicht in erster Linie eine auf rein empirischer Grundlage aufgebaute Disciplin wäre, so giebt mir diess zu einigen Gegenbemerkungen Veranlassung, welche natürlich nur im Interesse der Sache selbst gemacht sein sollen; denn nicht nur erscheint mir durch Rivoli's Arbeitsmethode die Darstellung der Vegetationsregionen in der Serra da Estrella unrichtig, sondern es ist auch zu befürchten, dass die Pflanzengeographie in ihrem sicheren Vorschreiten erschüttert wird, wenn man Berechnungen an Stelle der Beobachtungen treten lässt.

Zunächst sei aber ausdrücklich hervorgehoben, dass unter den in der Reiseschilderung (Abschnitt I) mitgetheilten Daten einige recht interessante Beiträge zum specielleren Ausbau der pflanzengeographischen Kenntniss von Portugal liefern; so besonders das Auffinden der Birken (Betula verrucosa), wodurch die von Willkomm früher construirte Äquatorialgrenze derselben südwärts bis

gegen Coimbra ausgezogen wird; ferner die Gegenwart von Erle, Esche und Eberesche daBelbst, die Angaben über die oberste Grenze der Cwtrosen bei 1605 m (also nur 390 m unterhalb der Spitze!); dann über das Gedeihen der Olive, und über das jetzige Aussehen des Gebirges mit der gegenwärtig so spärlichen Vertheilung der Wälder daselbst. Zwar wäre zu wünschen gewesen, dass der Herr Verfasser in seiner physiognomischen Schilderung noch mehr die charakteristischen Mediterran-Sträucher hervorgehoben hätte, welche unter und zwischen den auch in Deutschland heimischen Pflanzen leben; aber wie weit dieser Wunsch berechtigt ist, kann nur Jemand entscheiden, der an Ort und Stelle gewesen ist, während ich hier auf eine Prüfung der vom Verfasser gebildeten Vegetationsregionen eingehen möchte. Dieselben werden charakterisirt durch gewisse, dort beobachtete Pflanzen, und zugleich durch Temperaturen, welche aber für jede Stufe berechnet, nicht beobachtet sind. Es liegt mir nicht ob, zu entscheiden, wie weit die Zuverlässigkeit solcher, aus nicht sehr entfernt gelegenen meteorologischen Stationen berechneter Temperaturmittel geht; ioh halte sie wenigstens für genügend sicher, um eine klimatische Grundlage zu geben, doch dürften die Feuchtigkeitsberechnungen wohl ziemlich unzuverlässig sein. Das aber scheint mir als ein principieller Fehler betrachtet werden zu müssen, wenn man die berechneten Temperaturen, verglichen mit den beobachteten Standorten gewisser Pflanzen, benutzt, um ein Urtheil über die klimatische Sphäre derselben zu gewinnen und um von diesem aus Beobachtungen, die in anderen Gegenden angestellt sind, zu kritisiren und dieselben sogar zu verdächtigen. Dadurch bekommen die Vegetationsregionen eine sehr schwankende Grundlage, und wie unrichtig dieselbe ausfallen kann, möchte ich z. B. an der S. 27 von Rivoli besprochenen oberen Grenze von Calluna vulgaris zeigen. Dieselbe ist am Malhäo in 1780 m Höhe, etwa 200 m unter dem höchsten Gipfel der Serra,

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Wir sehen daraus, dass Calluna ein sehr viel geringeres Wärmebedürfniss haben kann, als sie durch ihre obere Grenze am Malhäo zeigt; ebenso ist es bekannt, dass sie z. B. auf der Spitze des Arbers gut gedeiht, in den salzburgischen Alpen bis 1900 m hoch verbreitet ist, ebenso in den Hochmooren Süd-Bayerns, der Schweiz &c. Damit soll nur gezeigt sein, dass durch das Auffinden der Temperatur - Curve an oberen Vegetationsgrenzen im Gebirge nicht ein strenger Rückschluss auf fernere Gegenden gemacht werden darf, wie es J. Rivoli annimmt, der die verschiedenen Höhenstufen der Serra da Estrella je nach ihrer berechneten Jahreszeiten - Temperatur mit Gebirgen und Ebenen höherer Breiten vergleicht und dabei von der Ansicht ausgeht, die Temperatursphäre der betreffenden Pflanzen sei Überall dieselbe, während die Acclimatisation jener wichtige Factor ist, der enge Temperatursphären und alle sich an sie anschliessenden Speculationen illusorisch macht.

Eine ähnliche Betrachtung schlicsst sich an die beobachtete Grenze der Birke an, obgleich der Wachholder noch weit über dieselbe und über die obere Calluna-Grenze hinausgeht, nämlich bis 1960 m, also nahe bis zum Gipfel. Aber J. Rivoli will beweisen, dass die Kuppe der Serra da Estrella von subalpiner Vegetation eingenommen ist, und dieser Beweis erscheint mir gezwungen; denn es stimmt damit nicht überein die berechnete Temperatur, auch nicht die gemessene Quellentemperatur (über 9 ° C bei 1954 m Höhe im September!), und es fehlt der wichtigste und allein als gültig anzuerkennende Beweis, dass nicht nur bestimmte Pflanzen niederer Regionen oben ihre feste Grenze finden, sondern dass eine Reihe von als „glacial" bekannten Pflanzen dort an ihre Stelle treten; das kurze rigide Gras der oberen Kuppe hängt mit dem Weiden der zahlreichen Heerden zusammen, und von Phanerogamen sind überhaupt daselbst nur 3, eine unbestimmte Crocus-Art, Gentiana und Viola genannt. Dieser Beweis aber erscheint zu dürftig,

um einen wichtigen Ausspruch daran anzuknüpfen; denn es lässt sich aus anderen Angaben erwarten, dass die subalpine Flora erst weiter oberwärts beginnon müsste, und um so weniger dürfen Regionsbeobachtungen aus anderen Gebirgen von dieser wenig gestützten Regionsbestimmung aus beurtheilt werden. Mir selbst scheint es nach Rivoli's Angaben, als ob die Serra da Estrella bis zur höchsten Spitze keine Alpen Vegetation besässe: die Wiesen auf ihrer Kuppe möchte ich — um zu einem sehr bekannten deutschen Berge als Beispiel zu greifen — vergleichen mit denen der Meisner-Kuppe in Hessen, weil auch hier die Wälder und die sie begleitenden Pflanzen auf den Rand der sanft gewölbten Kuppe beschränkt bleiben und nur stellenweise in die ausgedehnten Wiesen und deren Montanflora eingreifen, obgleich die Meereshöhe sogar noch der Buche vollkommene Waldbildung daselbst gestattet. Das Terrain ist dort eben zur Bergwiesenbildung geeignet, und Bergwiesen leisten dem Eindringen des Waldes steten Widerstand; sie sind aber nur eine Vegetationsformation, nicht eine Region. Und so wenig als man dem Meisner Alpenmatten zuschreibt, so wenig scheint mir eine Alpenflora auf dem Malhäo anzunehmen zu sein. Das ist das wichtigste sachliche Bedenken, welches ich gegen Rivoli's Deductionen einzuwenden habe; doch erscheint mir auch eine erneute Prüfung der übrigen von ihm unterschiedenen Regionen nothwendig, weil auch unter die unteren Regionsbestimmungen ähnliche Temperaturvergleichungen untergelaufen sind, wie ich sie von Calluna schilderte. Die Vegetation des ganzen Gebirgszuges scheint allerdings so wenig Ursprüngliches zu besitzen, die Waldverwüstung scheint so arg gewesen zu sein, dass eine sichere Bestimmung vielleicht schwierig sein wird.

Die Methode, nach welcher Rivoli bei seinen Untersuchungen verfährt und der nur klimatologische Vergleichungen zu Grunde liegen, tritt in seiner Discussion zu Anfang des Abschnittes III [1. c. S. 19, oben] deutlich hervor und gipfelt S. 22 in der selbstaufgeworfenen Frage, weshalb die Olive nicht auch in England sich finde, da doch das Klima angemessen erscheine. — Es scheinen mir solche klimatologische Untersuchungen hervorgerufen zu sein durch die oft übertrieben starke Anwendung klimatischer Factoren, welche in Grisebach's berühmter und so vielfach als Muster befolgter „Vegetation der Erde" zu finden ist. Derjenige, der beim Studium dieses Werkes die Absonderung der einzelnen Gebiete, wie sie sich trotz gleichen Klima's durch die endemischen Arten und bestimmten Vegetationsformen zu erkennen giebt, nicht in den Vordergrund treten lässt, sondern sich zu sehr den Erörterungen über die zwischen Klima und Pflanzenleben bestehenden Beziehungen hingiebt, der kann leicht zu einer pflanzengeographischen Denkweise verführt werden, wie ich sie als nicht zu guten

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Florian, St. (s. St. Florian)

Frankfurt a. M

Fraubrunnen (Forstkreis Emmenthal)

Frauenfeld

Freiberg

Freimettingen (bei Konollingen)

Freistaat (a. d. Feidaist) .

Freudenstadt

Friedberg (Wetterau) . .

Friedrichshafen . . . . Friedrichsruhe (bei Crivitz) Frienisberg (NW von Bern)

Frutigen

Fünfkirchen

•Fürstenwerder (Uckermark, NW von Prenzlau) . .

Fulda

•Gandbrug

Gastein

Geisenheim

Genf

Gent (Gand)

Georgengrün

Giengen

Giessen

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Abso-
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Höhe

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Beobachter oder Quelle.

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Heidenheim 35

Heilbronn 35

Heiligenblut (Möllthal) . .47

Heiligenstadt ;25

Heina 25

Heisters (SO von Herbstein) i — Herbstein | 25

Herrenburg

Herzogenbuchsee ....

Hillersdorf (a. d. Oppa) Hinrichshagen (b. Woldegk) Hinterhermsdorf (b. Sebnitz)

Hlinik

Hochgiersdorfer Forst (bei

Schweidnitz) ....

Hochwald

Höckholz (bei Eckernförde)

Hofgastein

Hohenheim

Hohen-Spreng

Hüttenwohld (b. Bornhöved)

Iglau

Iglo (Neudorf, b. Leutschau) Imier, St. (s. St. Imier). Innertkirchen (a. d. Aar) . Innichen (Fusterthal) . .

Innsbruck

Interlaken (Brückwald) . . Inzell (zw Traunstein und

Reichenhall)

n

Ischl

Iseltwald (bei Reichenbach

und Interlaken) . . .

Isny

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Beobachter oder
Quelle.

Wessely.

Schlagintweit.
Fritsch.

n
I. Eüenzi.
Z. Horvath.
Müller.
C. Möller.
F. Baruschke.
Schlagintweit

Fritsch.

H. Hoffmann, Schätzung.

A. M. Smith.

H. Hoffmann, Schätzung.

J. Ziegler.

C. Eberhard und G.
Grossenbacher.
I Fritsch.

I. Tanner.
E. Urban.
Fritsch.

H. Hoffmann, Schät-
zung.
Fritsch.

N. Schori.
C. Wittwer.
R. Wernberger.

A. Wöller.
Gössmann.
Fritsch.

«
Krämer.
Schlagintweit.
Fritsch.

H. Hoffmann, J. F.

Müller und W.

Weiss.
Fritsch.
n

E. Schneider.
Fritsch.

n Fechner. Fritsch.

u
I. Sumper.
I. Marczowka.
Fritsch.
K. I. E. Zicse.
0. Rühle.
Fritsch.
N. Roth.

F. Hunger.
Fritsch.

Jacob, St. (s. St. Jacob).
Jade (Jade-Busen) . .

Jallna

Jamel

Jaslo

Jemappes

14 40 16 41

— 6

— 8
—12

— 13

+ 11

682
238

U. Abegglen.
Fritsch.

Th. Peters.
Fritsch.

Resultaten führend, eben zu zeigen mich bemühte. Man ist jetzt darin übereingekommen, eine pflanzengeographische Speculation zunächst anzuknüpfen an die systematisch richtig bestimmten Pflanzen der betreffenden Gegend, um daraus Rückschlüsse zu näheren oder ferneren Gegenden zu gewinnen; die Schilderung des gegenwärtigen Zustandes darf alsdann der klimatischen Charakteristik nicht entbehren, und physiologische Untersuchungen lassen uns endlich die Correlation zwischen Klima und Pflanzenleben verstehen, die wir zunächst als etwas an jedem Orte Gegebenes und Vorhandenes betrachten müssen. Wenn daher für eine bestimmte , vorher unbekannte Gegend eine ausreichende Untersuchung gemacht werden soll, so hat diese als erstes Ziel einen erschöpfenden Pfianzenkatalog (mit Berücksichtigung der Standortsverhältnisse) in's Auge zu fassen. Man

i kann Niemanden tadeln, wenn er aus Mangel an Zeit kein erschöpfendes, sondern nur sehr fragmentarisches Pflanzenverzeichniss für eine neu erschlossene Gegend liefert; aber wenn die Lücken desselben so gross sind, dass eine feste Grundlage noch nicht als gewonnen betrachtet werden kann, und wenn dann versucht wird, diese Lücken durch berechnete Temperaturmittel auszugleichen und letzteren auch noch die Übrigen Beobachtungen anzupassen, so wird damit ein für die Pflanzengeographie gefährlicher Weg betreten. Diess zu zeigen lag in meiner Absicht, und ich hoffe dadurch nicht etwa die Verdienste Rivoli's in dem, was er in der Serra da Estrella zuerst beobachtet und der Wissenschaft als Anregung zu weiteren Beobachtungen überliefert hat, in irgend einer Weise beeinträchtigt oder sonst den Reisen ein berechtigtes Verdienst geschmälert zu haben.

Geographischer Monatsbericht.

Europa.

Vor 26 Jahren, im ersten Jahrgang dieser Zeitschrift begrüsste ein Meister unserer Wissenschaft, E. v. Sydow, mit warmen Worten das damals neue Buch des Prof. B~ut%en, „Das Deutsche Land", dessen Hauptverdienst in der guten Charakteristik der einzelnen deutschen Landschaften und in den Hinweisen auf den Einfluss von Natur und Bodenform auf die geschichtlichen Vorgänge und das Leben der Menschen besteht. Das Buch fand den gebührenden Beifall, Prof. Kutzen selbst veranstaltete 1867 eine zweite Ausgabe mit durchgreifenden Veränderungen, und wiederum ein Dutzend Jahre später sah sich der Verleger (Perd. Hirt in Breslau) zur Herstellung einer neuen Ausgabe veranlasst, die er den Händen des Prof. Koner in Berlin anvertraute. Schon die politische Neugestaltung des Deutschen Reiches bedingte wesentliche Änderungen und Zusätze, auch waren zahlreiche neuere Forschungen z. B. in Betreff der Alpen, zu berücksichtigen, da und dort hatten sich die Verhältnisse namentlich in der Industrie anders gestaltet, kurz es genügte nicht eine einfache Revision, es musste vielmehr Vieles umgearbeitet werden und dieser Aufgabe hat sich Prof. Koner mit Eifer und Sachkenntniss unterzogen, ohne dem ursprünglichen Charakter des Werkes zu nahe zu treten.

Ein wichtiges Capitel der physischen Geographie von Deutschland behandelt in lehrreichster Weise ein aus fleissigen literarischen Studien und eigenen Anschauungen hervorgegangenes Schriftchen des Prof. Dr. 0. Deutsch: „Deutschlands Oberflächenform, Versuch einer übersichtlichen Darstellung auf orographischer und geologischer Grundlage zur leichteren Orientirung im Deutschen Vaterlande" (Breslau, bei Ferd. Hirt. Mit 3 Kärtchen. Preis 1,60 M.). Es ist im Wesentlichen eine mit Rücksicht auf neueste geologische und hypsometrische Forschungen vorgenommene Neubearbeitung der in der Zeitschrift „Aus Allen Welttheilen" 1876 und 1880 gedruckten Abhandlungen des Verfassers

über das Norddeutsche Tiefland, die Mitteldeutschen Gebirge und die Alpen.

Die Deutsche Auswanderung nach Russland berechnet J. Poznanski (Röttger's Russische Revue, 1880, Heft X) für die 21 Jahre von 1857 bis 1878 auf 684869 Personen , was durchschnittlich 32 600 Personen pro Jahr ergiebt. Es passirten nach ihm die russische Grenze mit deutschen Legitimationen versehene Personen:

1857—74 1875 1876 1877 1878

nach Russland . . 4 202 671 422 504 402 901 405 750 404 512 ans Bussland . . 3 705 490 369 637 342 695 369 097 366 550

blieben in Sussland 497 181 52 867 60 206 36 653 37 962

Unter den Weinländern des Deutschen Reiches nimmt Elsass-Lothringen den ersten Rang ein, es producirt durchschnittlich pro Einwohner 0,91 Hectoliter und steht in dieser relativen Productionsmenge nur hinter Italien, Spanien, Frankreich, Portugal und Griechenland zurück. „Der Weinbau in Elsass-Lothringen", wie ihn der Weingutsbesitzer Ch. Oberlin im 16. Heft der Statistischen Mittheilungen des kaiserl. Statistischen Bureau's zu Strassburg (bei R. Schultz & Co. in Strassburg) zur Darstellung bringt, iat daher ein Gegenstand von hohem volkswirtschaftlichen Interesse und die Schrift um so lesenswerther, als sie sich nicht auf statistische Nachweise und Vergleiche beschränkt, sondern Klima, Boden, Traubensorten, Cultur, Ertrag, Produet &c. in Betracht zieht.

Als Monographie einer kleinen deutschen Landschaft empfiehlt sich I. A. Becker's „Cuxhaven und das Amt RitzebütteT' (Hamburg, 0. Meissner). Das fleissig gearbeitete Buch wird mit seinen geschichtlichen und beschreibenden Details zwar vorzugsweise die gegen 7000 Seelen zählende Einwohnerschaft des Amtes selbst interessiren, doch findet gerade der Binnenländer Vieles darin, was ihn anziehen und belehren wird, weil die maritimen Verhältnisse in gebührender Weise berücksichtigt sind, z. B. Leuchtthürme

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